News

Symposium

[11|12|2015]

Gebaute Neuanfänge
Nutzungskontinuität und Bedeutung Münchner Nachkriegsarchitektur


Freitag, 11. Dezember 2015, 9-19 Uhr, Aula
Hochschule München, Fakultät für Architektur
Karlstrasse 6, 80333 München

In den ersten Jahrzehnten nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist ungefähr ein Drittel des deutschen Baubestandes errichtet worden. Die im Zuge des Wiederaufbaus, infolge wirtschaftlichen Aufschwungs, steigenden Wohlstands und stark wachsender Bevölkerungszahlen zwischen 1950 und 1970 entstandenen Bauten prägen das Bild unserer Städte noch immer maßgeblich. Viele Bauten der ersten Nachkriegszeit verbinden den Übergang von der Diktatur in eine demokratische Gesellschaft mit programmatischen Positionen: Bescheidenheit, Handwerklichkeit, Respekt vor der Geschichte und offene Bauweise. Gerade Bauwerke mit einer öffentlichen Nutzung sind in diesen Jahren geradezu gebaute Manifeste für einen architektonischen Neuanfang, während in der Funktions- und Alltagsarchitektur häufig Pragmatismus, knappe Ressourcen und Schlichtheit bestimmend sind.

Im Kontext veränderter Nutzungswünsche rücken die Bauten der ersten Nachkriegsjahrzehnte momentan ins Zentrum der Diskussion um Abriss, Erneuerung und Erhaltung. Selbst bereits geschützte Bauten der 1950er Jahre stehen infolge des zunehmenden Drucks auf die Innenstädte und dem Wunsch nach Verdichtung wieder zur Disposition. Nutzungsänderungen, baukonstruktive, vor allem aber bauphysikalische Probleme sowie die mit ihrer Behebung zusammenhängenden Kosten werden häufig als Argumente angegeben, um den Abbruch oder grundlegende Eingriffe in die Substanz der Objekte zu rechtfertigen.

Das Symposium "Gebaute Neuanfänge – Nutzungskontinuität und Bedeutung Münchner Nachkriegsarchitektur" untersucht die Entstehung, Nutzung und Erhaltung der Bauten der 1950er und frühen 1960er Jahre. Referentinnen und Referenten aus Deutschland und der Schweiz diskutieren aus bauhistorischer, gebäudetechnischer und denkmalpflegerischer Perspektive die Chancen und Herausforderungen im Umgang mit den Bauten der Nachkriegsjahrzehnte, bei gleichberechtigter Berücksichtigung ihrer Zukunftsfähigkeit im Hinblick auf Ressourceneffizienz und Nutzerkomfort.

Das Symposium findet am 11. Dezember 2015 an der Architekturfakultät der Hochschule München statt. Das Gebäude – die ehemalige Staatsbauschule München im Kunstareal – ist ein bedeutendes Beispiel für den Hochschulbau der Nachkriegszeit. Das als Denkmal geschützte Werk der Architekten Franz Ruf, Adolf Peter Seifert und Rolf ter Haerst beherbergt heute drei Fakultäten der Hochschule München.

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.

Es wird um Anmeldung per Email an bis 30. November 2015 gebeten.


Programm:

9.00         Welcome
9.30         Beginn der Tagung, Grußworte, Einführung


Sektion 1: Materialkultur und Tradition (Moderation Prof. Dr. Karl Kegler)

10.00         Prof. Dr. Winfried Nerdinger (em. TU München)
10.30         Prof. Dr. Ákos Moravánszky (ETH Zürich)
11.00        Prof. Dr. Klaus Jan Philipp (Universität Stuttgart)
11.30         Diskussion

12.00         Mittagspause


Sektion 2: Die wohltemperierte Einfachheit (Moderation Prof. Dr. Natalie Essig)

13.00         Prof. Christian Schiebel (Regierung Oberbayern)
13.30         Prof. Dr. Annette Hafner (Ruhruniversität Bochum)
14.00         Prof. Dr. Michael Braungart (EPA Internationale Umweltforschung GmbH)
14.30         Diskussion

15.00         Kaffeepause


Sektion 3: Wertvoll oder teuer? (Moderation Prof. Dr. Silke Langenberg)

15.30         Dipl.-Ing. Mathias Pfeil (Generalkonservator Bayrisches Landesamt für
                   Denkmalpflege)
16.00         Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier (Bauhaus-Universität Weimar)
16.30         Prof. Thomas Will (TU Dresden)
17.00         Diskussion und Schlusspodium (Gast: Prof. Andreas Hild, TU München)

18.30         Apéro

(Änderungen vorbehalten)

Adresse


Karlstraße 6, 80333 München
Tel.: 089 1265-26 25
E-Mail: architektur@hm.edu