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WS 2020/21 I MASTER I MA_02 Studio

MA 02 Studio „REZIPROK - Labor für urbane Schnittstellen“

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Eine Stadt, ihre Räume und Nutzer befinden sich in ständiger Veränderung. Dies hat mit sich ständig verändernden, wechselseitigen Beziehungen und Schnittstellen zu tun - von Räumen, Akteuren, Nutzungen, Interessen, der Bewegung im Raum und vielem noch Unbekanntem. In Zukunft, aber auch schon heute, haben wir neue Bedürfnisse an das reziproke Verhältnis von bebautem zu unbebautem Raum, von privatem zu öffentlichem Raum in unseren bestehenden oder zukünftigen Stadträumen. Dies hat vielfältige Gründe. Neue Infrastrukturen und ein anderes Mobilitätsverhalten werden es beispielsweise ermöglichen, die Benutzung und Aneigenbarkeit der Stadträume komplett neu zu denken. Gleichzeitig entstehen in unserer sich ebenfalls kontinuierlich verändernden Gesellschaft neue Wünsche oder Bedürfnisse für das Wohnen und Arbeiten in der Stadt und ihre Gebäudetypologien. Für den städtebaulichen Entwurf eröffnet uns das Arbeiten an wechselseitigen Beziehungen urbaner Schnittstellen neue Möglichkeiten und Handlungsräume.
Im städtebaulichen Entwurfsstudio "REZIPROK - Labor für urbane Schnittstellen" wollen wir durch "research by design" darauf inhaltliche, formale und prozessorientierte Antworten finden. Unser Fokus wird dabei auf urbanen Erdgeschoßsituationen liegen. In einem ersten Schritt werden Sie für das Stadtgebiet München innovative und zukunftsweisende, prototypische Erdgeschoßsituationen und deren urbane Schnittstellen entwerfen. Dabei gibt es keinen bereits vordefinierten Perimeter. Sie werden Ihr exemplarisches, idealtypisches Umfeld projektspezifisch selbst definieren und dann im zweiten Schritt die Erdgeschoßsituationen an einem idealtypischen Ort im Stadtgebiet implementieren. In einem dritten Schritt werden Sie auf Basis Ihrer entworfenen Erdgeschoßsituationen städtebauliche Dichte- und Volumenstudien zu verschiedenen Zukunftsszenarien durchführen und deren Ergebnisse kritisch bewerten und dokumentieren.
Im Zentrum Ihrer Arbeit wird ein Themenkanon stehen, der u.a. Fragen zu konkreten und ortsspezifischen räumlichen Qualitäten und sinnvollen Typologien, der baulichen und programmatischen Dichte, zu potentiellen Akteuren, zur Art des Zusammenwohnens und -arbeitens, zu Art und Möglichkeit des Aneignens und Teilen von Räumen, zum Wohnstandard, zum Bezug zum urbanen Umfeld und zum Entwicklungsprozess umfasst. Räumlich-ästhetische Aspekte, sozialräumliche Vielfalt und Verankerung, zeitliche Entwicklungsprozesse und die strategische Umsetzung einer städtebaulichen Idee werden gleichsam thematisiert.
In unserem Labor für urbane Schnittstellen werden Sie vom ersten Moment an mit unterschiedlichen Methoden und in verschiedenen Maßstäben entwerfen - gleichzeitig. Um dabei die einzelnen Aspekte des Themenkanons präzise und pointiert einzubringen, werden Sie an einzelnen Schnittstellen (z.B. Verkehr/Erschließung, Nutzung, öffentlicher Raum, Akteure, Freiraum) in Form von Einzelübungen (z.B. mit Collagen, Schnitten, Modellen, etc.) arbeiten und diese im Laufe des Semesters zu einem überzeugenden Ganzen zusammenfügen.
Die Aufgabe besitzt einen sehr aktuellen, hohen Realitätsbezug. Zu Beginn des Studios werden Ihnen von Expertinnen und Experten eine Reihe von Kurzvorträgen zu relevanten Themen des urbanen Erdgeschosses angeboten.


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